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HDTV wird an Bedeutung zunehmen

Professor Dr. Torsten J. Gerpott
Professor Dr. Torsten J. Gerpott

Gemäß des -Digitalisierungsberichts der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) 2009 konnte das Kabel bis Mitte 2009 seine Position als wichtigster TV-Empfangsweg behaupten, es gab rund 370 000 zusätzliche Anschlüsse.  Laut Gerpott nimmt auch die Verbreitung von TV über DSL kontinuierlich zu, allerdings auf niedrigerem Niveau. Die beiden größten Anbieter Kabel Deutschland und Unitymedia mussten bis Oktober 2009 ein Rückgang der Kabel TV-Kunden hinnehmen. Die Zahl der Haushalte, die TV über Breitbandkabel und Satellit empfangen, werde unterdessen weiter zurückgehen, so die Prognosen von Marktforschern wie PricewaterhouseCoopers (PwC). Der Gewinner werde DSL/IPTV sein, hier prognostiziert PwC für 2013 eine Zunahme bis zu 1,5 Millionen Haushalte. Diese Zahl hält der TK-Experte Gerpott für zu hoch gegriffen, realistisch seien hier eher 800 000.

Die Digitalisierung des Kabels nimmt zu

Der Anteil der Haushalte in Deutschland mit digitalem TV-Empfang stieg auf 55 Prozent (Mitte 2009), Anfang 2010 werde man bei circa 60 Prozent auskommen, prognostizierte Gerpott und verwies auf die zunehmende Digitalisierungsgeschwindigkeit beim Kabel im Vergleich zu 2008. Gründe seien preislich attraktivere Einstiegsmodelle für Kunden, die zudem mit Funktionen wie time shift oder Aufnahmefunktionen einen klaren Zusatznutzen hätten. Das Pay TV-Geschäft entwickele sich insgesamt wenig erfolgreich hinsichtlich der Ausweitung des Kundenbestandes. Auch hier sieht Gerpott die PwC-Prognose, dass es bis 2013 acht Prozent mehr Pay TV Haushalte geben werde, kritisch. Dieses hohe Wachstum sehe er nicht. Allerdings werde der Personal Video Recorder PVR von Kabel Deutschland gut angenommen. Hier konnte die Zahl der Abonnenten innerhalb eines Jahres auf 164 000 verdoppelt werden.

Unbestritten ist, dass HDTV 2010 an Bedeutung zunehmen wird, auch bedingt durch die Abschaltung der analogen TV Übertragung über SES-Atra zum 30.4.2012. Dies könne ein zusätzlicher Schub für die HDTV-Diffusion bei den Endkunden in Deutschland sein. Mehrere Sender (ARD, ZDF, ProSieben, Sat.1, Kabel 1, RTL) strahlen bereits in HD Qualität über Satellit aus.

Kabelnetzbetreiber haben 2009 erhebliche Vermarktungserfolge bei breitbandigen Internet-Zugängen erzielt. Der Gesamtmarkt wuchs 2009 mit 1,9 Millionen Anschlüssen für die drei großen Kabelnetzbetreiber. Die Wachstumsgeschwindigkeit bei DSL-Anschlüssen nahm 2009 weiter ab, trotzdem bleibt Deutschland ein von der DSL-Plattform dominierter Markt. Durch den Druck der Kabelnetzbetreiber vermarkten auch DSL-Anbieter zunehmend zweistellige Downstream-Mbit/-Brandbreiten, auch um neue Umsatzquellen durch TV-Dienste zu erschließen, erläuterte Gerpott weiter, meinte aber, dass es noch aber noch dauern werde, bis sich höhere Bandbreiten durchgesetzt haben.

Bedingt durch das hohe Preisniveau sei der IPTV Vermarktungserfolg in Deutschland eher mäßig. Eine Veränderung des Mediennutzungsverhaltens, vor allem bei Jugendlichen, setzt e allerdings das klassische TV-Geschäft unter Druck, stellte der TK-Experte fest. Jugendliche nutzten das Internet zu 27 Prozent und nur zu 21 Prozent TV (Gesamtbevölkerung: 39,2 Prozent TV gegenüber 12 Prozent Internet).

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Kabel BW setzt auch auf Wachstum über eigenes Mobilfunkangebot

Harald Rösch
Harald Rösch

Das mobile Internet ist der Wachstumstreiber für Harald Rösch, Vorsitzender der Geschäftsführung Kabel BW. Neben dem TV-Bereich setzt Kabel BW - wie bereits seit längerem schon Kabel Deutschland - auch auf Wachstum über ein eigenes Mobilfunk-Angebot. Neben Telefonie werden Kabel BW-Kunden demnächst auch ein Angebot zur Nutzung des mobilen Internets finden.

Immer mehr Kunden wollen mehr Bandbreite

Knapp 40.000 Kunden des baden-württembergischen Kabelnetzbetreibers Kabel BW nutzen mittlerweile eine Anschlussgeschwindigkeit von 50 oder 100 Mbit/s.. Bis Ende dieses Jahres würde die Zahl dieser „Ultra-Breitband-Kunden“ voraussichtlich auf rund 20 bis 25 Prozent bei den neu abgeschlossenen Verträgen ansteigen, erklärte Rösch im Gespräch mit dem TK-Nachrichtendienst Portel.de. Mittlerweile seien 85 Prozent des Netzes für 100 Mbit/s aufgerüstet und damit rund drei Millionen Haushalte anschließbar. Noch bis Mitte Mai werde das Netz komplett auf den schnellen Kabel-Standard Docsis 3.0 ausgestattet.

In neu erschlossenen Gebieten gebaute Anschlüsse werden von Kabel BW ab 2010 praktisch nur noch mit Glasfaser (FTTB) gebaut und so 25.000 Haushalte pro Jahr neu ans Netz genommen. Im Jahr 2010 werden nach Schätzungen von Rösch mehr als 34 Prozent der Breitband-Neuanschlüsse über den Kabelanschluss bereitgestellt. ( www.portel.de )

Online-Videos im Netz - etwa über YouTube - bezeichnete Rösch als einen der großen Trends. Video on Demand habe in Deutschland noch Nachholbedarf. Gefragt sei insbesondere auch das zeitversetzte Sehen von TV-Inhalten. Während Kabel BW im Bereich HDTV mit derzeit 19 Sendern bereits sehr gut positioniert sei, werde noch im Laufe dieses Jahr sein Unternehmen eine neue Video-on-Demand-Plattform einführen, kündigte Rösch in Köln an. Gegenüber Apple-TV sieht sich das Unternehmen dabei durch den Direktanschluss und die Übertragungsgeschwindigkeit des Kabels auf Dauer im Vorteil. Gestartet werde mit Hollywood-Klassikern, aber auch aktuelle TV-Inhalte wie Nachrichten sollen abrufbar sein.

„Wer einmal HD gesehen hat..“

Rösch stellt auch ein großes Interesse an HD-Receivern fest: „Die Kunden wollen HD: wer es einmal gesehen hat, wird es nicht mehr missen wollen“, so der Kabel BW-CEO, sieht allerdings schon den nächsten Trend in Form von 3D kommen: „Das wird noch mal ein größerer Sprung.“ Für Kunden, die sich gerade einen neuen HD-Receiver gekauft haben, gibt es unterdessen schlechte Nachrichten. Die Einführung des VoD-Angebotes erfordert zur Nutzung der interaktiven Dienste spezielle Software-Updates. Daher würden künftig nur die von Kabel BW direkt zum Kauf oder zur Miete angebotenen Receiver Video on Demand unterstützen. (onlinekosten.de)

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