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Die Themen der Konferenz 2010: Konsolidierung in der TK-Industrie - Innovative Retail- und Preisstrategien - Synergien zwischen TK-Unternehmen und Energieversorgern - Sicherheit von Daten und Diensten - Hybrid TV - LTE - Machine2Machine Communication

Telekommarkt Europa 2011

Google lässt die Finger vom Telefonnetz

Der Streit zwischen Netzbetreibern und Inhalteanbietern um die Werbeeinnahmen aus dem Internet schwelt weiter

Handelsblatt 16. Juni 2010 von Sandra Louven

Der Webriese Google hat sein Geschäft in den vergangenen Jahren immer stärker ausgebaut und dringt nach dem Mobilfunk demnächst auch noch in das Fernsehgeschäft vor. Von einem Bereich lässt der US-Gigant aber die Finger: den Telefonnetzen. "Google hat nicht vor, ein eignes Netz zu bauen - weder im Mobilfunk noch im Festnetz", sagte Robert Hamilton, Produktchef von Google, dem Handelsblatt am Rande der Handelsblatt-Tagung Telekommarkt Europa gestern in Düsseldorf. Damit erteilt er Spekulationen eine Absage, Google plane den Aufbau eines eigenen Netzes. [...weiter lesen]

News von unseren Medienpartnern dpa-AFX und PORTEL.DE:

Kurth: LTE-Funk und Apples iPad beschleunigen Breitbandversorgung
150 Experten diskutieren Telekommärkte in Düsseldorf
Düsseldorf, 15. Juni 2010-12:30 – Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, rechnet in Deutschland jetzt mit einem schnellen Aufbau der neuen LTE-Funknetze und dadurch mit einer schnellen Versorgung auch der ländlichen Regionen (weiße Flecken) mit Breitband per Funk. [...weiter lesen]

INTERVIEW/O2-Chef: Mobile Netzwerke treiben Datennutzung auf dem Handy
Die Mobilfunkbranche wird nach Meinung des O2-Chefs René Schuster vom Aufstieg sozialer Netzwerke wie Facebook profitieren. "Der Boom von Social Media wird das mobile Datengeschäft weiter nach vorne bringen", sagte Schuster kurz vor der "Handelsblatt"-Tagung "Telekommarkt Europa" am Dienstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Kunden wollten die sozialen Medien auf ihren Geräten nutzen, egal ob sie gerade im Festnetz oder Mobilfunk online sind.  [...weiter lesen]

INTERVIEW/Kabel Deutschland: 'Wir werden als Telekomunternehmen ernst genommen'

Adrian von Hammerstein
Adrian von Hammerstein

MÜNCHEN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland positioniert sich mehr und mehr in der Telekom- branche. "Wir werden heute schon als Telekomunternehmen ernst genommen", sagte Adrian von Hammerstein am Montag im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX vor der"Handelsblatt-Konferenz" Telekommarkt Europa" und betonte: "Telekommunikation ist für uns ein strategischer Schwerpunkt. Wir machen das nicht nur so nebenbei." In Zukunft wolle er "so viele Kunden wie möglich" werben. Ende März hatte Kabel Deutschland 8,9 Millionen Kunden, davon nutzen rund eine Million Kunden die Telefon- und Internetprodukte des Kabelnetzbetreibers. [...weiter lesen]

INTERVIEW/E-Plus-Chef: Auktion ordnet Mobilfunkmarkt nicht neu
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Verteilung neuer Frequenzen in Deutschland hat nach Meinung des E-Plus-Chefs Thorsten Dirks den Mobilfunkmarkt nicht von Grund auf neu geordnet. "Ich glaube nicht, dass die Karten neu gemischt worden sind", sagte der Chef des drittgrößten deutschen Mobilfunkers im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX vor der Handelsblatt-Konferenz "Telekommarkt Europa". Nur ein neuer Spieler hätte nach Ansicht von Dirks die Marktstrukturen neu ordnen können. "Im Moment ist es einfach so, dass alle vier existierenden Netzbetreiber in der Auktion zusätzliches Spektrum gekauft haben." [...weiter lesen]


Portel.de sprach anlässlich der 15. EUROFORUM Jahrestagung „Die Zukunft der Kabel-TV-Netze“ (03.-05.03.2009, Köln) mit Bernd Ettelbrück von Detecon International.

Die Kabelnetzbetreiber sind in den vergangenen Jahren zu einer ernsten Herausforderung für die Telekommunikationsfirmen geworden. Der neueste Coup: Kabel Deutschland will künftig neben Fernsehen, Internet- und Festnetzanschluss in Zusammenarbeit mit dem Münchener Mobilfunkunternehmen O2 Germany auch Mobilfunk anbieten (Handelsblatt 20.3.2009).

  • Welches ist das entscheidende Argument, warum die Kunden mit ihrem Telefonanschluss zu einem Kabelnetzbetreiber wechseln?

Einerseits sind immer die Menge der angebotenen TV- und Radiokanäle und die Höhe des Preises für den Anschluss ausschlaggebende Faktoren. Gerade in den letzten Monaten sind jedoch auch Servicequalität und Empfehlungen von sozialen Bezugsgruppen sehr wichtig geworden. Denn es spricht sich schnell herum, wie die Unternehmen liefern, ob sie Komponenten gut einrichten und welchen Service Sie bei Fragen oder Problemen bieten.

  • Die Telekommunikationsunternehmen haben allergrößten Respekt vor den Tarifen der Kabelnetzbetreiber. Da wo es Kabelanschlüsse gibt, sind die Anbieter in der Regel die Preisführer. Wird das so bleiben?

Nein. Viele Kabelnetzbetreiber wurden von Investmentunternehmen finanziert und arbeiten derzeit mit Penetrationspreisen. Nicht zuletzt durch die Finanzkrise wird jedoch die Refinanzierung für den weiteren Ausbau des Kabelnetzes immer teurer, so dass Tiefstpreise auf Dauer nur schwer zu halten sein werden.

  • Mit dem neuen Kabelstandard „DOCSIS 3.0“ sollen mindestens 160 Mbit/s pro Kanal empfangen und 120 Mbit/s pro Kanal gesendet werden können. Wie konkurrenzfähig sind die Kabelnetze im Vergleich zu den (neuen) Glasfasernetzen?

Dieser Wettstreit entscheidet sich in der “letzten Meile“: Welche Bandbreite erreicht den einzelnen Haushalt? Die Kabelnetzbetreiber besitzen hohe Bandbreiten und transportieren alle Kanäle gleichzeitig. Sie müssen bei zunehmender Teilnehmerzahl die Zahl der Verteilerboxen erhöhen und näher an die Haushalte bringen. Das kostet viel Geld und ist aufwändig. Daneben entstanden für den Kabelnetzbetreiber während der letzten Jahre erhebliche finanzielle Belastungen durch die Aufrüstung der Netze. Telekommunikationsunternehmen verfügen über etwas weniger Bandbreite und transportieren Inhalte gezielt. Ebenfalls müssen auch sie mehr Verteiler aufstellen, um die Qualität der Übertragung zu sichern. Die Aufwände sind daher ungefähr gleich hoch.

Erfolgsentscheidend ist wie schnell und aggressiv ein Anbieter ein Industrie- oder Wohngebiet, eine Stadt oder einen Kreis erschließt und überwiegend bedient. Dann wird es für den Konkurrenten zu teuer und unattraktiv, einzelne Haushalte über ein alternatives Netz anzuschließen.

  • Die neuen Glasfasernetze sollen möglicherweise als „Open Access“-Netze aufgebaut werden, also mit diskriminierungsfreiem Zugang für alle Provider. Was würde das für die Kabelnetzbetreiber bedeuten?

Dies hängt von der Geschäftserwartung der Kabelnetzbetreiber oder anderer Diensteanbieter ab. Der Netzzugang kann diskriminierungsfrei sein, der Anschluss weiterer User über ein offenes Netz jedoch eventuelle unattraktiv, wenn die Grundanschlussgebühr im Verhältnis zur Zahl der angeschlossenen Haushalte zu hoch wird. Andererseits kann es für den Hauptbetreiber attraktiv sein, weitere Diensteanbieter aufzunehmen, weil er zusätzliches Geld verdient und die vorhandene Infrastruktur besser auslastet. Die zweite Determinante neben der Geschäftserwartung ist der regulierte Preis für die Netznutzung. Hier gilt analog zum VDSL Netz, dass reguliertes Entgelt Innovationen nicht behindern darf.

  • Triple Play (Telefon, Internet und TV aus einer Hand) gilt zurzeit als Überlebensstrategie der Betreiber und Anbieter von Breitbandnetzen. In diesem Jahr soll die Aufrüstung der Kabelnetze dafür abgeschlossen werden. Ist das Angebot „Triple Play“ und das Verständnis dazu bei den Kunden inzwischen angekommen?

Ja, die Botschaft ist angekommen. Kommunikation und Entertainment sind ein fester Bestandteil unseres Lebens und gewinnen weiter an Bedeutung.

  • T-Home, Hansenet/Alice und 1&1/Maxdome locken die Kunden mit mehr oder weniger umfangreichen Online-Videotheken. Welche Rolle spielt Home-Cinema im Kabelgeschäft? #

Kabelnetzbetreiber oder entsprechende Service-Provider müssen bald ein Angebot bereitstellen. Die Kunden erwarten neben dem klassischen linearen Pay-TV verstärkt die Möglichkeit attraktive Inhalte jederzeit bequem abrufen zu können. Der Konsum nicht-linearer Inhalte nimmt zu. Nutzer schätzen die „Programmfreiheit“ der wachsenden Zahl nicht linearer Videoangebote im Internet, da sie der spontanen und mobilen Lebensweise der digitalen Avantgarde Rechnung trägt.

  • Das Bewegtbild funktioniert am Fernsehen seit Jahrzehnten reibungslos. Das Bildtelefon und auch das Handy-TV haben sich dagegen noch nicht durchgesetzt. Wie sehen die Strategien der Kabelbranche für die Videokommunikation aus und welche Rolle können die Mobilfunknetze dabei spielen?

Die Zukunft gehört den mobilen Breitband-Anwendungen. Die Kabelnetzbetreiber werden expandieren und ggf. mit Mobilfunkprovidern kooperieren. Es gilt die Maxime: alle Inhalte zu jeder Zeit an jedem Ort.

  • Die Bundesregierung hat sich in Ihrem Konjunkturpaket auch den schnellen Breitbandausbau auf die Fahne geschrieben. Werden auch die Kabelnetzbetreiber vom Konjunkturpaket profitieren?

Noch ist unklar, wie die staatliche Unterstützung aussehen soll. Profitieren werden diejenigen, die Ihr Netz schnell ausbauen und an die Privathaushalte oder Gewerbegebiete heranführen. Der Wettbewerb in Ballungsgebieten wird sich wegen des zunehmenden Angebots verschärfen.

  • Das Koaxialkabel verfügt über eine Übertragungskapazität von bis zu 4,85 Gbit/s im Downstream (bei 97 Kanälen mit je 50 Mbit/s) und bietet damit beste Voraussetzungen für eine umfassende Versorgung mit allen erdenklichen Daten- und Kommunikationsdiensten. Was denken Sie, werden das – neben Triple Play - für Dienste sein, die von den Kunden künftig genutzt werden?

Nach und nach werden interaktive Dienste zunehmen. User werden miteinander und füreinander Kommunikation und Entertainment betreiben. Stadtteilkanäle wie Center TV in Köln zeigen es bereits. Inhalte werden von Zuschauern selbst erzeugt und auch gesehen. Wenn die Produktionsqualität akzeptabel ist, sehe ich hier ein großes Feld für Entwicklungen. Wenn diese Inhalte dann auch getauscht und gegenseitig kommentiert werden, wenn also via TV gechattet wird, dann kommen wir allmählich in der Zukunft an: Fernsehen wird individualisiert, Programmschemata lösen sich auf.

  • Fernsehen galt bislang als Domäne von Kabel und Satellit. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben ihre Online-Angebote inzwischen zu stattlichen kostenfreien Multimediatheken ausgebaut. Sehen Sie die Geschäftsmodelle der Kabelanbieter dadurch beeinträchtigt?

Die Konkurrenzsituation sehe ich eher zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendekanälen. Kostenfreie Video-on-Demand-Angebote verzerren den Wettbewerb. Verfügbarkeit, Bedienung, z.B. Suche, Ablage, Wiederfinden und Attraktivität der Angebote entscheiden über die Nutzung.

Wie könnte der Mix aus „live“ und „On demand“ in 10 Jahren aussehen?

Live sind Musik- und Sportübertragungen – sie werden die einzigen exklusiven, nur einmal stattfindenden Veranstaltungen sein. Alles andere ist bereits heute Konserve. Noch akzeptiert die Masse der Zuschauer feste Programmschemata. In der Studie „Big Deal or Bad Deal?“ der DETECON vom November 2008 ergibt sich aus zahlreichen Experteninterviews, dass bereits 2012 knapp ein Drittel der Videoinhalte in nicht-linearer Form, also on-demand konsumiert werden.



Nachbericht des 1. Konferenztages, 15. EUROFORUM-Jahrestagung Kabel-TV-Netze, 3. und 4. März 2009 Köln

  • Dominanz von DSL und Telekom muss gebrochen werden
  • Pay TV wird kommen, aber langsam
  • HDTV - ab 2010 kommt der Durchbruch
Dr. Gerpott
Professor Dr. Torsten J. Gerpott (Universität Duisburg-Essen).

Düsseldorf/Köln, 9. März 2009. Im Geschäft mit Breitbandzugängen für das Internet müssen die komparativen Konkurrenzvorteile von Kabelzugängen gegenüber DSL-Anschlüssen offensiv verbessert werden, stellte Professor Dr. Torsten J. Gerpott (Universität Duisburg-Essen) auf der EUROFORUM-Jahrestagung „Kabel-TV-Netze“ in Köln vor über 80 Teilnehmern fest. TK-Experte Gerpott moderierte am 3. und 4. März die Tagung und gab einen Überblick der Trends im deutschen Kabelmarkt. Eine Expansion des Pay-TV-Geschäfts sieht Gerpott nur, wenn die Kabelnetzbetreiber die Einstiegsbarrieren für Endkunden sehr niedrig halten. Auch die bisherigen Preis-Angebote für IPTV seien begrenzt massenmarktfähig. Um die Kunden auf digitalen TV-Empfang umzustellen, seien günstigere Angebote notwendig, noch laufe die Migration von analog zu digital „sehr gemächlich“. Derzeit konzentrierten sich die großen Kabel-TV-Netzbetreiber auf die Vermarktung von breitbandigen Internetzugängen und Telefonie. „Im TV-Bereich betreiben sie allerdings eher kosmetische Produktpflege und verzichten auf signifikante Investitionen in Programme oder Bildqualität wie HDTV“, so Gerpott.

Telekom liegt im VDSL-Roll out zurück
Der Roll out der notwendigen Bandbreite für HDTV verzögere sich ebenfalls: Ende 2007 sollten bereits 50 Städte mit VDSL versorgt sein, so hatte die Telekom gemeldet. Heute gehe man von Mitte 2009 aus, stellte Gerpott fest. Die Verlangsamung des VDSL-Netzausbaus sowie die regulatorische Unsicherheit bezüglich des Zugangs zu VDSL-relevanten Netzteilen des Incumbent lassen an einer wirtschaftlichen Tragfähigkeit von FTTx in der Fläche zweifeln. An eine Subventionierung des Glasfaserausbaus glaubt Gerpott nicht.

„Das Kabel als deutsche Chance“
Dr. Adrian von Hammerstein, Chef von Kabel Deutschland, stellte die Breitbandstrategie der Regierung vor: Zwei Ziele würden verfolgt: Bis Ende 2010 sollen die Lücken in der Breitbandversorgung geschlossen werden und bis 2014 sollen 75 Prozent aller Haushalte 50 Megabit pro Sekunde nutzen können. Bei diesen sehr ehrgeizigen Zielen könne das Kabel eine wichtige Rolle spielen: „Im Strategiepapier der Regierung wird das Kabel gewürdigt, das ist neu!“ vermerkt von Hammerstein positiv. Da Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spät angefangen habe, sieht der KDG-Chef hier „riesiges Potenzial“. Der Kabelanteil lag 2003 bei 1,6 Prozent und stieg auf 7,6 Prozent im Jahr 2008. Das sei international allerdings nur „unterer Durchschnitt“. Aber: Deutschland habe das größte Kabelnetz in Europa und neben den Niederlanden die größte Abdeckung.

Bei der Entwicklung der Anbieterstruktur meinen Experten, dass nur drei Anbieter übrig blieben, deren Anteile zwischen 45 bis 15 Prozent liegen. Die Regierung setze aber mit dem Konjunkturpaket richtige Prioritäten. Die Kabelbetreiber planen Investitionen in Höhe von 700 Millionen Euro, Kabel leiste somit einen wichtigen Beitrag, stellte von Hammerstein fest, betonte aber auch, dass die Fördermaßnahmen und Regulation den Wettbewerb nicht verzerren dürfe.

Digital kommt, es dauert aber
Die Digitalisierung habe bei Kabel Deutschland hohe Priorität, könne man aber bei den Kunden nicht erzwingen. Der Mehrwert muss den Kunden deutlich werden, argumentiert von Hammerstein ähnlich wie Professor Gerpott. HD werde auch in Deutschland kommen, prognostizierte von Hammerstein, aber später als in anderen Ländern. Ab 2010 werde KDG bei HD dabei sein, so von Hammerstein. Auch Video on Demand werde kommen, allerdings nannte der KDG-Chef noch kein Datum. Auch ein möglicher Mobilfunkpartner stünde noch nicht fest, so Hammerstein.

„Wir müssen gewährleisten, dass die Stimme des Kabels gehört wird!“ und
„Die Dominanz der Telekom muss gebrochen werden“

Unitymedia-CEO Parm Sandhu legt in seiner Rede die bisherigen Verdienste seines Unternehmens, aber auch die Erfolge der übrigen Kabelbetreiber dar, um dann festzustellen, dass die bisherigen wirtschaftlichen Erfolge nicht dazu beigetragen hätten, Anerkennung und Unterstützung zu finden: „Werden wir als Neuerer wahrgenommen, als diejenigen, die den Wettbewerb in die Breitband-Infrastruktur eingeführt haben? Bekommen wir irgendeine Unterstützung von Politik und Regulierung? Nein, das bekommen wir nicht! Und das muss sich ändern!“, zeigte sich Sandhu auf der EUROFORUM-Tagung kämpferisch.

Er rief die Ziele der Regierung, die Breitband-Versorgung zu steigern, in Erinnerung, um dann nach dem Status des Kabels zu fragen: „Sprach irgendjemand über Kabel als die technisch fortschrittlichste und konsumerfreundlichste Breitband-Infrastruktur?“ Kabel sei überreguliert; hier sei politische Hilfe notwendig, aber als Kabelbetreiber werde man nicht gehört, nicht wahrgenommen. Und wenn nun die Kommunen über den Breitband-Ausbau entscheiden: Rufen sie dann die Kabelbetreiber an oder doch eher den Telekomchef, der mit der Kanzlerin zu sehen war? fragte Sandhu. Die klare Forderung von ihm: „Die Dominanz von DSL und der Telekom muss gebrochen werden, ebenso wie die Benachteiligung des Kabels durch die Regulierung.“

Breitband fürs Land
Auf der EUROFORUM-Tagung stellte Sandhu die Initiative „Breitband Regional“ vor: In 99 ländlichen Gemeinden in Hessen und Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen über 730 000 Haushalte Anschluss an eine der europaweit leistungsstärksten Infrastrukturen für Internet, Telefon und TV finden. Für den Netzausbau investiert Unitymedia einen mehrstelligen Millionenbetrag; die Ausbaukosten liegen pro Haushalt bis zu zwölf Mal höher als in Ballungsräumen. Im Unterschied zu den Telekom- und DSL-Anbietern versorge Unitymedia bereits weite Teile von NRW und Hessen mit Triple Play, so der Unitymedia-Chef.

Sandhu betont, dass Unitymedia „echtes Breitband” mit künftig 100 Megabit pro Sekunde bereitstellen werde, während DSL-Kapazitäten klar limitiert seien. Weiterer Vorteil sei, dass die Geschwindigkeit nicht von der Nähe des Kunden zum nächsten „Glasfaserknoten“ abhängig sei.

Breitband ist der am stärksten umkämpfte Teilmarkt
„In Baden-Württemberg sind bereits 77 Prozent der Bevölkerung am Hochgeschwindigkeitsnetz. Damit haben wir die Forderung der Bundesregierung schon erfüllt“, stellte Klaus Thiemann, Mitglied des Beirats der Kabel Baden-Württemberg,fest. Thiemann machte auch deutlich, dass VDSL lediglich eine Übergangstechnologie sei und verwies auf Erfahrungen in den USA. Glasfaser sei eine „wunderbare Sache“, denn Glasfaser habe die stabilere Bandbreite und eine ganz andere Geschwindigkeit. „Ich möchte unsere Investitionen nicht durch DSL-Subventionen entwertet sehen!“ machte auch Thiemann deutlich und meint weiter, dass künftig das Glasfaser direkt in die einzelnen Haushalte gelegt werde

Für HD sieht Thiemann Potenzial, sobald die öffentlich-rechtlichen Sender mit der HDTV-Ausstrahlung beginnen. „Dann wird der Durchbruch kommen“. Als stärksten Wachstumstreiber sieht Thiemann interaktives TV, auch wenn es derzeit noch nicht sichtbar ist. Ebenso wie TV on Demand und Targeting im TV kommen wird.

Zukunft im TK-Markt
Thiemann sieht nur Platz für wenige große Infrastrukturbetreiber, daher seien hier Investitionen notwendig. Kabel BW plane daher den Netzausbau allerdings nur in Neubaugebieten. Die Frage nach einem geplanten „open acess“ verneinte Thiemann nachdrücklich. Die Erfolgsfaktoren für Kabel BW sieht er in der Einfachheit der Produkte: „Klare Positionierung, simples Sortiment und die Leute schlagen relativ gut zu“. Der Focus liege auf den Kernprodukten, tolle Innovationen aus dem Labor nützten nichts, wenn sie bei dem Kunden nicht ankommen, so Thiemann.

Abschied vom analogen Fernsehen
Auch Marcus Schmid, CEO und President bei Tele Columbus & Primacom, stellte fest, dass sich seine Aussage über DSL vom letzten Jahr heute bewahrheitet habe: „DSL ist Übergang, Kabel hat Zukunft“. Eine Perspektive sieht er in der Partnerschaft mit der Wohnungswirtschaft.

Den Abschied vom analogen Fernsehen sähe Schmid lieber heute als morgen. Das digitale TV biete einfach zahlreiche Vorteile: besseres Bild, mehr Angebote. Wichtig - und auch vom Markt gewünscht - sei ein konkretes Szenario zur Abschaltung des analogen Signals auch im Kabel. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten hätten für 2010 Abschaltung des analogen Signaleingangs über Satellit angekündigt und auch die Privatsender sprechen über 2010. Wichtig sei ein einheitliches Vorgehen, die reine Satellit-Abschaltung wäre schwierig, so Schmid.

HDTV sei für Tele Columbus & Primacom ebenfalls ein spannendes Thema: „Wir tun da was, können das aber nicht ohne die öffentlich-rechtlichen Sender.“ Befragt zur Strategie der Regierung erklärte Schmid, dass sie das ja schon umsetzten, aber ihm - wie seinen Vorrednern - auch der Investitionsschutz wichtig sei.

Joachim Knör, Vice President Networks & Distributors, Astra Deutschland, zeigte, dass Deutschland mit 59 Prozent Schlusslicht in Europa sei, was digitalen Satellitenempfang angehe, der europäische Durchschnitt liege bei 82,9 Prozent. Ein Grund für die schlechte Quote sei, dass in Deutschland der digitale Pay TV-Bereich nicht besonders gut entwickelt sei und es einen großen Free TV-Bereich gebe. Aber hier sei Entwicklungspotenzial. Auch HDTV sei noch kein Massenmarkt, in Deutschland habe Premiere 120 000 Abonnenten. Knör erwartet wie Thiemann den baldigen Durchbruch: Mit der Winterolympiade 2010 gehe der HDTV Regelbetrieb bei ARD und ZDF an den Start. Daher ist Knör überzeugt: „2010 geht es los, da wächst das Programmangebot.“

Die 16. EUROFORUM-Jahrestagung „Kabel TV-Netze“ findet am 23. und 24. Februar 2010 in Köln statt.

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Claudia Büttner
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Update: Nachbericht zur 13. EUROFORUM-Jahrestagung „Telecom Trends“, 30. Januar 2009 Düsseldorf

  • VATM rechnet mit Absenkung des TAL-Preises durch Bundesnetzagentur
  • Neues Gutachten für kommende Woche angekündigt
  • Alle wollen Open Access – aber wie?
Jürgen Grützner
Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Wettbewerberverbandes VATM

Düsseldorf, 30.01.09-10:00 – Der Telekom-Wettbewerberverband VATM hat sich am Donnerstag in Düsseldorf noch einmal nachdrücklich für eine Absenkung des Mietpreises für die Teilnehmeranschlussleitung der Deutschen Telekom ausgesprochen. „Ein höherer TAL-Preis entzieht dem Markt das Kapital für weitere Investitionen“, erklärte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Wettbewerberverbandes VATM, am Donnerstag auf der 13. EUROFORUM-Jahrestagung „Telecom Trends“ in Düsseldorf. Eine Erhöhung um ein Euro entspreche dabei einem Volumen von 120 Millionen Euro pro Jahr. Die gegenwärtige Forderung der Telekom von 12,90 Euro statt wie bisher 10,50 Euro (plus 24 Prozent) würde sich somit auf eine viertel Milliarde Euro pro Jahr summieren, rechnet Grützner vor. Das werde die Position der Telekom-Wettbewerber deutlich schwächen, insbesondere gegenüber den Kabelnetzbetreibern. Als „Trojanisches Pferd“ für die Festung Wettbewerb stufen die Wettbewerber deshalb inzwischen den Vorstoß der Telekom für einen höheren TAL-Preis ein.

Neues Gutachten angekündigt
In der kommenden Woche werde der VATM der Bundesnetzagentur und dem BMWi ein Gutachten zum TAL-Preis vorlegen, kündigte Grützner den rund 70 Teilnehmern an. „Wir stellen darin eine neue Berechnungsgrundlage vor, die weg geht von der einseitigen Betrachtungsweise nur nach den Wiederbeschaffungskosten und begründen, warum auch die historischen Netzkosten zu berücksichtigen sind“, erklärte Grützner gegenüber Portel.de. Hintergrund ist, dass die Telekom durch die Umstellung auf Glasfaser nicht weiter in ihr Kupfernetz investieren muss, das sie noch in Monopolzeiten übernommen hat. Bei den Abschreibungskosten für das Kupfernetz fordern die Netzbetreiber nun eine Gleichbehandlung mit der Telekom. Entsprechend erwarte der Verband bei der nächsten TAL-Preis-Entscheidung der Regulierungsbehörde im März eine weitere Absenkung des TAL-Preises, sagt Grützner.

Open Access als beherrschendes Thema für 2009
In Sachen Breitband- und Glasfaserausbau setzen die Wettbewerber in Deutschland auf einen gemeinsamen Netzausbau mit freiem Zugang für alle Anbieter. „Wir brauchen Open Access-Lösungen für die neuen Glasfasernetze, damit die Kunden sich flächendeckend ihren Netzbetreiber oder Provider auch künftig weiter frei auswählen können“, zeigt sich Grützner im Gespräch mit Portel.de überzeugt. Der große Vorteil einer funktionierenden Open Access-Lösung sei dabei, dass dadurch auf eine Regulierung weitestgehend verzichtet werden könne. Das sehe auch die Deutsche Telekom so. Lediglich eine Missbrauchskontrolle sei dann noch erforderlich.

Allerdings trügt nach Grützners Einschätzung die derzeitige Einmütigkeit im Markt zu Open Access gewaltig. „Alle reden davon und wollen Open Access. Bislang ist jedoch völlig offen, was darunter genau zu verstehen ist und wer wie mit dem Access und mit dem Verkehr Geld verdienen wird“, meint der VATM-Geschäftsführer. Er sei deshalb sicher, dass die Diskussion über NGA im laufenden Jahr das beherrschende Thema für die Branche sein werde.

Autor: Georg Stanossek
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Nachbericht zur 13. Euroforum-Jahrestagung „Telecom Trends“

E-Plus will EDGE in diesem Jahr zu einem Massenprodukt machen

Düsseldorf, 29. Januar 2009

Dr. Andreas Gregori
Dr. Andreas Gregori, CMO, E-Plus Mobilfunk GmbH & Co.KG

Intensiv bemühen sich die Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone und O2 (Germany) seit einiger Zeit, ihren Kunden die Nutzung von Datenanwendungen über UMTS und HSDPA schmackhaft zu machen. Nach wie vor können die Umsätze mit den Datendiensten den Preisverfall und Umsatzrückgang bei den Mobilfunkgesprächen nicht kompensieren. Der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter E-Plus will sich in diesem Jahr im Bereich mobile Datendienste voll auf die Vermarktung kleinerer Anwendungen konzentrieren. „Edge ist als Übertragungsstandard für kleine mobile Datenapplikationen völlig ausreichend“, zeigte sich der Chefstratege der E-Plus Gruppe, Dr. Andreas Gregori, am Donnerstagmorgen auf der 13. EUROFORUM-Jahrestagung „Telecom Trends“ in Düsseldorf überzeugt.

Gregori zeigte sich sehr skeptisch, dass sich der steigenden Datenbedarf bei den Kunden für die Mobilfunkanbieter auch in bare Münze umsetzen lässt. Die sei nur über eine intensive Segmentierung zu erreichen. In der Produktgruppe „Data Light“ bietet das Unternehmen seinen Kunden neuerdings beispielsweise die Möglichkeit, für eine Pauschale von einem Euro pro Monat drei ausgewählte Webseiten jederzeit zu besuchen. „Wir werden das Thema Edge dieses Jahr massiv ausbauen und den Markt mit passenden Angeboten im Breitenmarkt weiter umkrempeln", versprach Gregori.

Dabei ist der Discountmarkt mit seinen alternativen Vertriebswegen für E-Plus den Ausführungen des E-Plus Marketingchefs zufolge inzwischen ausgereizt. In der jüngsten Partnerschaft mit dem ADAC tritt der Düsseldorfer Anbieter als Exklusiv-Partner für die grundlegenden Konzepte zu den Mobilfunkangeboten des Automobilclubs auf. „Der ADAC kennt den Mobilfunk-Bedarf seiner Mitglieder viel besser als wir“, erklärte Gregori den strategischen Hintergedanken seiner Vertriebspartnerschaften heute in Düsseldorf im Gespräch mit Portel.de. Das positive Image des ADAC, bestehend aus Vertrauen, Verlässlichkeit und Schutz rund um das Thema Mobilität, unterstütze E-Plus nun mit geeigneten Angeboten im Bereich Mobilfunk. „Wir konzentrieren uns immer auf hochrelevante Basisdienstleistungen für den Massenmarkt“, so Gregori.

Autor: Georg Stanossek
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