Pressemitteilung –
HDTV nimmt an Bedeutung zu
Nachbericht zur 16. EUROFORUM Jahrestagung „Kabel TV Netze“ 23. und 24. Februar 2010, Köln
Köln/Düsseldorf, 24. Februar 2010 . HDTV wird an Bedeutung zunehmen, darin waren sich die Referenten auf dem 16. EUROFORUM-Branchentreff „Die Zukunft der Kabel-TV-Netze“ einig. Moderator Professor Dr. Torsten J. Gerpott (Universität Duisburg-Essen) versorgte die rund 70 Teilnehmer in Köln mit aktuellen Zahlen rund um die Kabelbranche. Gemäß des -Digitalisierungsberichts der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) 2009 konnte das Kabel bis Mitte 2009 seine Position als wichtigster TV-Empfangsweg behaupten, es gab rund 370 000 zusätzliche Anschlüsse. Laut Gerpott nimmt auch die Verbreitung von TV über DSL kontinuierlich zu, allerdings auf niedrigerem Niveau.Die beiden größten Anbieter Kabel Deutschland und Unitymedia mussten bis Oktober 2009 ein Rückgang der Kabel TV-Kunden hinnehmen. Die Zahl der Haushalte, die TV über Breitbandkabel und Satellit empfangen, werde unterdessen weiter urückgehen, so die Prognosen von Marktforschern wie PricewaterhouseCoopers (PwC). Der Gewinner werde DSL/IPTV sein, hier prognostiziert PwC für 2013 eine Zunahme bis zu 1,5 Millionen Haushalte. Diese Zahl hält der TK-Experte Gerpott für zu hoch gegriffen, realistisch seien hier eher 800 000.
Die Digitalisierung des Kabels nimmt zu
Der Anteil der Haushalte in Deutschland mit digitalem TV-Empfang stieg auf 55 Prozent (Mitte 2009), Anfang 2010 werde man bei circa 60 Prozent auskommen, prognostizierte Gerpott und verwies auf die zunehmende Digitalisierungsgeschwindigkeit beim Kabel im Vergleich zu 2008. Gründe seien preislich attraktivere Einstiegsmodelle für Kunden, die zudem mit Funktionen wie time shift oder Aufnahmefunktionen einen klaren Zusatznutzen hätten. Das Pay TV-Geschäft entwickele sich insgesamt wenig erfolgreich hinsichtlich der Ausweitung des Kundenbestandes. Auch hier sieht Gerpott die PwC-Prognose, dass es bis 2013 acht Prozent mehr Pay TV Haushalte geben werde, kritisch. Dieses hohe Wachstum sehe er nicht. Allerdings werde der Personal Video Recorder PVR von Kabel Deutschland gut angenommen. Hier konnte die Zahl der Abonnenten innerhalb eines Jahres auf 164 000 verdoppelt werden.
Unbestritten ist, dass HDTV 2010 an Bedeutung zunehmen wird, auch bedingt durch die Abschaltung der analogen TV Übertragung über SES-Atra zum 30.4.2012. Dies könne ein zusätzlicher Schub für die HDTV-Diffusion bei den Endkunden in Deutschland sein. Mehrere Sender (ARD, ZDF, ProSieben, Sat.1, Kabel 1, RTL) strahlen bereits in HD Qualität über Satellit aus.
Kabelnetzbetreiber haben 2009 erhebliche Vermarktungserfolge bei breitbandigen Internet-Zugängen erzielt. Der Gesamtmarkt wuchs 2009 mit 1,9 Millionen Anschlüssen für die drei großen Kabelnetzbetreiber. Die Wachstumsgeschwindigkeit bei DSL-Anschlüssen nahm 2009 weiter ab, trotzdem bleibt Deutschland ein von der DSL-Plattform dominierter Markt. Durch den Druck der Kabelnetzbetreiber vermarkten auch DSL-Anbieter zunehmend zweistellige Downstream-Mbit/-Brandbreiten, auch um neue Umsatzquellen durch TV-Dienste zu erschließen, erläuterte Gerpott weiter, meinte aber, dass es noch aber noch dauern werde, bis sich höhere Bandbreiten durchgesetzt haben.
Bedingt durch das hohe Preisniveau sei der IPTV Vermarktungserfolg in Deutschland eher mäßig. Eine Veränderung des Mediennutzungsverhaltens, vor allem bei Jugendlichen, setzt e allerdings das klassische TV-Geschäft unter Druck, stellte der TK-Experte fest. Jugendliche nutzten das Internet zu 27 Prozent und nur zu 21 Prozent TV (Gesamtbevölkerung: 39,2 Prozent TV gegenüber 12 Prozent Internet).
Kabel BW setzt auch auf Wachstum über eigenes Mobilfunkangebot
Das mobile Internet ist der Wachstumstreiber für Harald Rösch, Vorsitzender der Geschäftsführung Kabel BW. Neben dem TV-Bereich setzt Kabel BW – wie bereits seit längerem schon Kabel Deutschland – auch auf Wachstum über ein eigenes Mobilfunk-Angebot. Es sei bereits ein Vertrag mit einem Mobilfunknetzbetreiber unterzeichnet worden, zu Details wollte Rösch sich noch nicht äußern. Neben Telefonie werden Kabel BW-Kunden demnächst auch ein Angebot zur Nutzung des mobilen Internets finden.
Immer mehr Kunden wollen mehr Bandbreite
Knapp 40.000 Kunden des baden-württembergischen Kabelnetzbetreibers Kabel BW nutzen mittlerweile eine Anschlussgeschwindigkeit von 50 oder 100 Mbit/s.. Bis Ende dieses Jahres würde die Zahl dieser „Ultra-Breitband-Kunden“ voraussichtlich auf rund 20 bis 25 Prozent bei den neu abgeschlossenen Verträgen ansteigen, erklärte Rösch im Gespräch mit dem TK-Nachrichtendienst Portel.de. Mittlerweile seien 85 Prozent des Netzes für 100 Mbit/s aufgerüstet und damit rund drei Millionen Haushalte anschließbar. Noch bis Mitte Mai werde das Netz komplett auf den schnellen Kabel-Standard Docsis 3.0 ausgestattet.
In neu erschlossenen Gebieten gebaute Anschlüsse werden von Kabel BW ab 2010 praktisch nur noch mit Glasfaser (FTTB) gebaut und so 25.000 Haushalte pro Jahr neu ans Netz genommen. Im Jahr 2010 werden nach Schätzungen von Rösch mehr als 34 Prozent der Breitband-Neuanschlüsse über den Kabelanschluss bereitgestellt. (www.portel.de)
Online-Videos im Netz – etwa über YouTube – bezeichnete Rösch als einen der großen Trends. Video on Demand habe in Deutschland noch Nachholbedarf. Gefragt sei insbesondere auch das zeitversetzte Sehen von TV-Inhalten. Während Kabel BW im Bereich HDTV mit derzeit 19 Sendern bereits sehr gut positioniert sei, werde noch im Laufe dieses Jahr sein Unternehmen eine neue Video-on-Demand-Plattform einführen, kündigte Rösch in Köln an. Gegenüber Apple-TV sieht sich das Unternehmen dabei durch den Direktanschluss und die Übertragungsgeschwindigkeit des Kabels auf Dauer im Vorteil. Gestartet werde mit Hollywood-Klassikern, aber auch aktuelle TV-Inhalte wie Nachrichten sollen abrufbar sein.
„Wer einmal HD gesehen hat..“
Rösch stellt auch ein großes Interesse an HD-Receivern fest: „Die Kunden wollen HD: wer es einmal gesehen hat, wird es nicht mehr missen wollen“, so der Kabel BW-CEO, sieht allerdings schon den nächsten Trend in Form von 3D kommen: „Das wird noch mal ein größerer Sprung.“ Für Kunden, die sich gerade einen neuen HD-Receiver gekauft haben, gibt es unterdessen schlechte Nachrichten. Die Einführung des VoD-Angebotes erfordert zur Nutzung der interaktiven Dienste spezielle Software-Updates. Daher würden künftig nur die von Kabel BW direkt zum Kauf oder zur Miete angebotenen Receiver Video on Demand unterstützen. (onlinekosten.de)
Tele Columbus erweitert HDTV-Angebot
„Tele Columbus ist zurück“: Unternehmens-Chef Dietmar Schickel entwarf auf der Euroforum-Jahrestagung ein positives Zukunftsszenario für den vor allem in Ostdeutschland aktiven Kabelnetzbetreiber. Noch im vergangenen Dezember gab es Insolvenzgerüchte und Tele Columbus schien vor dem Aus zu stehen.
Private HD-Sender werden eingespeist
In diesem Jahr will Tele Columbus neu durchstarten. So gebe es eine Kampagne zu Triple Play und HDTV. Inzwischen wurden rund eine Million Haushalte auf das Highspeed-Netz für die Nutzung von Internet und Telefon aufgerüstet. Aktuell stehen der Komplettausbau der Netze in den Städten Wittenberg, Freital, Frankenberg, Zerbst sowie der Teilausbau von Riesa auf der Agenda. In Berlin waren Ende des vergangenen Jahres 250.000 von insgesamt 450.000 geplanten Wohneinheiten aufgerüstet. Der Hauptumsatzbringer sei aber immer noch das klassische Kabel TV. „Wir richten uns dabei nach den Wünschen unserer Partner in der Wohnungswirtschaft“, bekräftigte Tele Columbus-Chef Schickel. 66 Prozent der 2,3 Millionen Tele Columbus-Haushalte befinden sich in Berlin/Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. 110.000 Tele Columbus-Kunden nutzen gegenwärtig das digitale TV-Angebot des Netzbetreibers, hinzukommen 80.000 bis 90.000 Sky-Abonnenten.
Neuer HD-Receiver, HD Pay-TV und interaktive TV-Dienste
HDTV sieht Schickel auch als „Megatrend“. Tele Columbus wolle das hochauflösende Fernsehen mit nach vorne treiben. Er gehe davon aus, dass es bis Ende 2010 27 Millionen HD-taugliche Fernsehgeräte in deutschen Haushalten geben werde.
Es sollen so viele HD-Angebote wie möglich ohne Mehrkosten für den Kunden angeboten werden. Derzeit könnten bereits 893.000 Haushalte HD-Sendungen empfangen. Mit RTL und VOX seien bereits entsprechende Verträge zur Einspeisung der privaten HD-Sender geschlossen worden. Bis zum Ende des ersten Quartals sollen die HD-Sender von ProSiebenSat.1 sowie alle Sky-HD-Sender folgen. Auch ein eigenes HD Pay-TV Paket mit bis zu zehn Sendern würde voraussichtlich im zweiten Quartal starten können. Zu diesem Zweck verhandele Tele Columbus derzeit mit Eutelsat.
Der seit Ende Januar vermarktete HD-Festplattenreceiver von KAON sei erfolgreich von den Kunden angenommen worden. Im zweiten Quartal werde mit dem KAON HD Zapper zudem ein weiterer HD-fähiger Digitalreceiver eingeführt werden. Mit diesem sollen sich auch neue interaktive TV-Dienste nutzen lassen, die Tele Columbus in den kommenden Monaten in Zusammenarbeit mit Alcatel-Lucent anbieten will.
Sky: Ab Sommer vier neue HD-Sender
In einem Gespräch mit Professor Gerpott gab Sky-Manager Wolfram Winter einen ersten Ausblick auf das, was Sky-Kunden in den nächsten Monaten erwarten können.
Im Sommer werden vier neue HD-Sender an den Start gehen, so Winter. Details zu den Inhalten der Sender machte Winter jedoch noch nicht. Bekannt wurde auch, dass alle vier Sender nur über Satellit angeboten werden. Im Kabel sei die Lage unterschiedlich. Wenn der Pay-TV-Sender startet, könnten manche Kabelkunden wiederum in die Warteschleife geraten. „Im Kabel wird es wieder eine Ochsentour sein“, sagte Winter und spielte damit auf die schwierigen Verhandlungen mit den Kabelnetzbetreibern an, die teilweise auch heute noch nicht alle sieben bestehenden HD-Kanäle in ihren Netzen haben. Unitymedia etwa speise nur einen Sky HD-Kanal an. „Es wird auf unterschiedlichen Ebenen verhandelt“, sagte Winter nur. Andere Netzbetreiber speisen statt der sieben nur vier HD-Programme ein. „Das macht es in der Kommunikation auch nicht leichter“, so der Sky-Manager, aber meinte auch: „Wir zahlen viel zu viel Geld für die Einspeisung an die Kabelnetzbetreiber als das ich darauf verzichten möchte, also: Kabel hurra, wir werden immer bleiben da“, reimte Winter auf der Kabeltagung von Euroforum.
3D-Tests schon in diesem Jahr möglich
In Großbritannien werde der britische Pay-Sender BskyB voraussichtlich ab April den Regelbetrieb eines 3D-Senders aufnehmen. Für Deutschland sei ein solches Angebot ebenfalls denkbar, einen Zeitplan gebe es jedoch noch nicht. Erste Tests könnten eventuell in diesem Jahr erfolgen, von einem eigenen 3D-Sender sei Sky jedoch noch weit entfernt. „Wann das in Deutschland passieren wird, kann ich noch nicht sagen, aber es wird passieren“, erklärte Winter. Das wichtigste für Sky sei derzeit Abonnentenwachstum. „Wenn wir das nicht hinkriegen, haben wir ein Problem“, gibt Winter zu. D erzeit habe man 2,4 Millionen zahlende Abonnenten. Wenn Pay TV sich in Deutschland durchsetze, freuten sich im Übrigen auch Astra, Kabelnetzbetreiber und die Programmanbieter, so Winter.
Auch ZDF setzt auf HD
„Wenn Sie ZDF HD einspeisen, gibt es eine Zukunft für Kabel TV Netze“, gibt sich Dr. Andreas Bereczky, Produktionsdirektor beim ZDF, optimistisch. 2009 startete ZDF mit nativem HDTV und sendete die Leichtathletik-Weltmeisterschaften und seit 12.2.2010 die Olympischen Spiele in Vancouver in hochauflösender Qualität. „ZDF HD werde in allen wichtigen Kabelgesellschaften eingespeist und sei auch über Satellit verfügbar“, erklärt der ZDF-Produktionsdirektor. Bei IPTV laufen Verhandlungen mit Hansenet, beim TV-Angebot der Deutschen Telekom können die Entertain-Kunden seit Februar 2010 bereits Das Erste HD, ZDF HD und arte HD empfangen. Es fallen k eine Einspeiseentgelte für ZDF HD an, erklärt Bereczky. Bei DVB-T sei bis auf weiteres keine HD-Verbreitung geplant. „Die Digitalisierung ist Grundvoraussetzung für neue Geschäftsmodelle und Wettbewerbsfähigkeit“, stellte Bereczky abschließend fest
(Bericht erstellt mit Material von portel.de, onlinekosten.de und infosat.de)
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